Hands holding tablet with smart home automation concept

Weltpremiere: Die neueste Version des E-Hauses

Eine Weltpremiere hat die Internationale Handwerksmesse auch zu bieten: Das E-Haus ist in seiner neuesten Version auf dem Stand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) in Halle C2 zu sehen und damit intelligente Gebäudetechnik, die es im wahrsten Sinne des Wortes in sich hat.

In Halle C2, Stand 584 präsentiert das BMWi mit dem E-Haus den neuesten Stand der perfekten Vernetzung von Energieeffizienz mit Wohnkomfort und Sicherheit. Für alle Handwerksunternehmer ein Muss, die ihre Kunden zu energieeffizienten Lösungen, Komfort oder Sicherheit für die Zukunft beraten oder Leistungen anbieten wollen.

Für alle, die nach konkreten Ideen suchen, der Clou: Alle Funktionen kommen bereits in der Praxis zum Einsatz – Und das vom Wohnraum bis hin zur Garage.

Alle Räume im Haus können betreten und die Systeme darin live erlebt werden. Dabei ist die Technik besonders transparent dargestellt: Über Glasböden erhalten alle Besucher unmittelbare Einblicke in die Funktionsweise der verwendeten Systeme und Produkte. Die gesamte Technik ist über Smartphones und das Internet steuerbar.

Das 100 Quadratmeter große Modellhaus ist so konzipiert, dass es dem Wunsch vieler Verbraucher entspricht, so weit wie möglich unabhängig von den Energieversorgern zu sein. Die Themen Energieeffizienz, Energiemanagement, Energieerzeugung und Energiespeicherung sind daher von besonderer Bedeutung. Ziel ist es, saubere und bezahlbare Energie für den Eigenverbrauch erzeugen zu können.

Das E-Haus wird vom Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) organisiert. Alle Produkte und Systeme, die zum Einsatz kommen, sind vernetzt auf Basis des weltweiten Standards für Gebäudeautomation KNX.

Weitere Informationen zum E-Haus erhalten Sie unter www.zveh.de

Eine Million Smart Home Haushalte bis 2020

Laut Schätzung der Unternehmensberatung Deloitte sollen bis zum Jahr 2020 über eine Million Haushalte mit Smart Home Technologien ausgerüstet sein. Noch ist Deutschland davon allerdings ein gutes Stück entfernt, aktuell gibt laut Deloitte rund 315.00 vernetzte Haushalte.

Jeder Dritte hat Angst vor Automatisierung

Egal ob Markise, Heizung, Kühlschränke oder Beleuchtung: mit Smart Home, dem vernetzten Haus, lassen sich alle Geräte problemlos von außen steuern. Das klingt praktisch, setzt aber laut aktueller Studie von LSP Digital bei einem Drittel der Hausbesitzer auch Ängste frei. Trotz vieler Vorteile sind die deutschen Haushalte laut Studie von LSF Digital noch nicht restlos vom vernetzten Haus überzeugt.

Während die Smart Home Befürworter nebem dem Alltagskomfort vor allem die Möglichkeit zur Energieeinsparung und die Einbruchsicherheit im Blick haben, sorgt sich ein Drittel der Befragten um die Privatspähre. Wie die Studie „Die Vermessung des digitalen Konsumenten“ von LSF Digital weiter zeigt, sind 32 Prozent der Befragten die Geräte zu teuer, 27 Prozent finden die Automatisierung  ihrer Haustechnik schlicht unheimlich.

Energiesparen und Sicherheit sind Hauptmotivatoren

Große Aufmerksamkeit bei den Verbrauchern wecken vor allem Smart-Home-Konzepte, die beim Energiesparen helfen. Mehr als 50 Prozent der bei einer GfK-Umfrage befragten Haushalte interessieren sich für intelligente Stromzähler, 44 Prozent für eine automatische Heizkörpersteuerung, und immerhin noch mehr als 30 Prozent finden eine Licht- und Steckdosensteuerung faszinierend.

Besonders größere Haushalte mit Eigenheim und besserer technischer Ausstattung sind offen für Smart-Home-Lösungen. Auf der Suche nach der besten Umsetzung sind neben dem Internet vor allem Elektroinstallateure und Handwerker die meist genutzten Informationsquellen.

Erhöhung der Wohn- und Lebensqualität

Im Mittelpunkt von Smart-Home-Lösungen steht die Erhöhung von Wohn- und Lebensqualität, Sicherheit und effizienter Energienutzung im privaten Zuhause. Beispiele sind die Heizung, die anhand der Position der Smartphones der Hausbewohner die Temperatur autonom regelt, eine Lösung, die beim Verlassen der Wohnung dafür sorgt, dass alle Energieverbraucher wie Lampen oder der Herd ausgeschaltet werden oder die Möglichkeit, einem Handwerker aus der Ferne die Wohnungstür zu öffnen, wenn man selbst nicht zuhause ist.

Entscheidend für das rasante Wachstum ist der Prognose zufolge unter anderem ein konsequenter Ausbau der Breitbandnetze in Deutschland. Wenn die Politik die Chancen von Smart Homes erkenne und entsprechende Maßnahmen ergreife, könnte die Eine-Millionen-Marke sogar bereits 2018 erreicht und bis 2020 bereits rund 1,5 Millionen Haushalte mit Smart-Home-Lösungen ausgestattet sein. Dabei würde auch die Förderung altersgerechter Assistenzsysteme helfen, um Senioren ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu erleichtern.

Attraktive Geschäftsfelder für die E-Handwerke

Lothar Hellmann, Vizepräsident des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke, ist sicher: „Durch die Dynamik im Smart-Home-Markt entstehen für die E-Handwerke viele attraktive Geschäftsfelder. Die Fachkräfte bringen die Technik und Systeme in die Gebäude, indem sie mit ihren Kunden individuelle Lösungen entwickeln und diese installieren.“

Smart Home entwickelt sich rasant weiter: Verbindungen mit dicken Kabelsträngen werden zunehmend durch kabellose WLAN-Vernetzung abgelöst. Die auf Haus-Sensorik spezialisierte US-Firma Nest, eine Google-Tochter, eröffnete im September eine erste Niederlassung in Europa. Stromversorger und Internet-Provider haben bereits Systeme etabliert, die Endverbraucher selbst einrichten können.

 

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