Drohne

Drohnen fürs Handwerk: Automatisierte Bauwerksüberwachung

Welche Möglichkeiten Drohnen zur Bauwerksüberwachung bieten – speziell für das Dachdecker- und Zimmererhandwerk sowie für Kommunen – zeigt die Firma Ascending Technologies GmbH als Aussteller auf der „Fokus. Handwerk 4.0“ in Halle C2, Stand 568.

Durch eine weltweit einmalige Entwicklungskompetenz und Inhouse-Innovation setzt das bayerische Unternehmen aus Krailling bei München mit Schlüsseltechnologien Trends auf dem UAS-Markt (UAS = Unmanned Aircraft System). Die unbemannten Flugsysteme der AscTec Professional Line dienen professionellen Dienstleistern und Konzernen als fliegende Sensor-Plattformen. Sie sind effiziente Hightech-Instrumente zur Produktion hochauflösender Bild-, Video-, Multispektral- und Geoinformationen aus der Luft. Weit über 1.000 der einzigartigen Hightech-Lösungen sind weltweit im Einsatz. Die Kunden von Ascending Technologies sind Marktführer im Bereich der drohnenbasierten Inspektion und Vermessung.

Millimeter genau vermessen mit den Augen der Drohne

Die die Drohne „AscTec Falcon 8″ – ein patentierter V-Form Oktokopter - im Einsatz.

Die die Drohne „AscTec Falcon 8″ – ein patentierter V-Form Oktokopter – im Einsatz.

Auf der IHM zeigt Ascending Technologies die Drohne „AscTec Falcon 8″ – einen patentierten V-Form Oktokopter, entwickelt und gefertigt in Deutschland. Für Detail­vermessung zur Bauwerks-Monitoring und Gebäudezustandsermittlung im Ingenieursbau dient der AscTec Falcon 8 Experten als unerlässliches Präzisions­mess­werkzeug. Die Technik bietet ungeahnte Möglichkeiten, vor allem im Bereich der Bauplanung, Bauwerksprüfung und im Denkmalschutz. So werden bei der Beurteilung von Bauwerken erhebliche Einsparungen möglich, weil zum Beispiel keine teuren Gerüste aufgestellt, Kräne und Hebebühnen gemietet und betrieben werden müssen. Trotzdem könnten die Drohnen nicht den Fachmann ersetzen.

Durch ein kluges Nutzlastkonzept lassen sich Onboard-Sensoren beim Inspektionseinsatz nach Bedarf sekundenschnell wechseln. Die Mikrodrohne dient somit beispielsweise der Live-Inspektion: Durch eine HD-Videokamera sieht der Handwerker oder Ingenieur bei einer visuellen Inspektion an der Mobilen Bodenstation durch das Auge der Drohne. Mit einer Sony Alpha 7R ließen sich Gebäude millimetergenau vermessen. Durch eine Thermalkamera lassen sich selbst Energielecks und Haarrisse detektieren. Der AscTec Falcon 8 ist eines der bewährtesten und sichersten unbemannten Flugsysteme weltweit. Selbst für hochriskante Offhsore-Inspektionen von Bohrinseln wird diese zivile Drohne eingesetzt. Mehr Informationen unter www.asctec.de

Drohnen für Dach-, Fassadenbau und Energieeffizienz

Das klassische Dachdecker- und Zimmererhandwerk befindet sich im Wandel. Wie in der gesamten Bauindustrie spielt die Digitalisierung bei der Modernisierung der traditionsreichen Handwerksberufe eine wesentliche Rolle. Doch mit terrestrischen Messstationen und Digitalkameras ist es nicht getan. Der AscTec Falcon 8 kann als kompakte Mikrodrohne in wenigen Minuten Überblick und dank Aufnahmeautomatik gestochen scharfe Detailaufnahmen in kürzester Zeit bieten. Solche Messflüge lassen sich dann automatisieren und genau wiederholen, um beispielsweise Maßnahmen zu überprüfen oder Fortschritte zu dokumentieren.

Mit Drohnen können bei der Beurteilung von Bauwerken erheblich Kosten gespart werden, weil zum Beispiel keine teuren Gerüste aufgestellt, Kräne und Hebebühnen gemietet und betrieben werden müssen.

Mit Drohnen können bei der Beurteilung von Bauwerken erheblich Kosten gespart werden.

Für den Dachdecker bedeutet die Technologie mehr Sicherheit, Flexibilität, eine aktuelle Datenlage sowie Zeit- und Kostenersparnis. Ein Beispiel: Der „Schiefe Turm der Oberkirche“ von Bad Frankenhausen in Thüringen: Eine Stunde Flugzeit lieferten 525 Einzelfotos, aus denen 310 Millionen einzelne Messpunkte ermittelt werden konnten. Kein kaputter Schiefer, kein Riss im Mauerwerk konnte dem 36-Megapixel-starken Auge des patentierten unbemannten Flugsystems entgehen. Auf Basis der Informationen konnten fundiert über das Schicksal des geschützten Bauwerks entschieden werden.

Doch keine Angst, die Arbeit von Dachdeckern und Zimmeren wird damit in Zukunft nicht obsolet:„Drohnen werden Fachleute und Experten in Zukunft keinesfalls ersetzen, sie können deren Arbeit aber entscheidend erleichtern“, sagt Norman Hallermann, Diplom-Bauingenieur und Wissenschaftler an der Bauhaus-Universität Weimar. Er beschäftigt sich gemeinsam mit Ascending Technologies seit einigen Jahren mit den fliegenden Mini-Robotern und ihren Einsatzmöglichkeiten. Es gehe nicht darum, bisherige Arbeitsprozesse zu ersetzen oder Arbeitskräfte einzusparen, sondern neue High-Tech-Lösungen in die täglichen Arbeitsabläufe zu integrieren, betont Hallermann. „Nichts ersetzt dabei aber das menschliche Auge und die Erfahrung von Dachdeckern, Zimmerern vollständig.“ Ziel sei vielmehr, neue technische Möglichkeiten und praktische Lösungen für die Branche aufzuzeigen.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie hier.

Video: Visuelle Bauwerksinspektion im Dom zu Magdeburg

Wie die effiziente Bauwerksinspektion – innen wie außen – mit der Spezialdrohne AscTec Falcon funktioniert, zeigt ein Video, in dem Forscher der Bauhaus-Universität Weimar den Dom zu Magdeburg einer visuellen Bauwerksinspektion unterziehen. Präzise Manövrierbarkeit und hochauflösende 36-Megapixel-Kameras an Bord minimieren Aufwand und Risiko einer Strukturanalyse oder Schadensdetektion an Bauwerken deutlich.

Ein Video vom Einsatz der Drohne finden Sie hier

Vorträge zum Thema Drohnen

Ebenfalls an Stand 568 in Halle C2 hält ein Vertreter von Ascending Technologies während der IHM täglich Vorträge mit dem Thema „Drohnen zur automatisierten Bauwerksüberwachung“.

Die Termine sind:

  • Mittwoch, 24.02.2016, von 10.00 – 10-30 Uhr
  • Donnerstag, 25.02.2016, von 16.00 – 16.30 Uhr
  • Freitag, 26.02.2016, von 10.00 – 10.30 Uhr
  • Samstag, 27.02.2016, von 11.00 – 11.30 Uhr
  • Sonntag, 28.02.2016, von 10.00 – 10.30 Uhr
  • Montag, 29.02.2016, von 15.00 – 15.30 Uhr
  • Dienstag, 01.03.2016, von 10.00 – 10.30 Uhr

Großflächenreinigung: Drohne putzt Fenster

Was man mit Drohnen neben Überwachung sonst noch so machen kann, zeigt das Beispiel von Marcus Fritzsche. Er hat einen Prototyp für eine Drohne entwickelt, die Fenster an schwer zugänglichen Stellen reinigt. Eine Möglichkeit, die sicher perspektivisch auch für Fassadenreinigung und ähnliche Gewerke anbietet.

Leise surren die vier Rotoren der Drohne, als sie an die Glasscheibe in der zweiten Etage andockt. Marcus Fritzsche nimmt die Hände von der Steuerung: Die Drohne drückt den nassen Schwamm an das Fenster und beginnt mit dem Einweichen der Glasfläche.

Marcus Fritzsche aus Braunichswalde hat eine Drohne entwickelt, die Fenster an großen Glasflächen putzt.

Marcus Fritzsche aus Braunichswalde hat eine Drohne entwickelt, die Fenster an großen Glasflächen putzt.
Foto: Tino Zippel

Das klingt zwar wie Science-Fiction, ist aber Realität. Mathematiker Marcus Fritzsche aus Braunichswalde im Landkreis Greiz hat eine Spezialdrohne entwickelt, die Fenster putzt. Das könnte zur technischen Revolution für das Gebäudereinigerhandwerk werden, die Probleme mit schwierig zu erreichenden Glasflächen wären Vergangenheit.

Fensterputz-Drohne noch Prototyp

Noch gibt es das Gerät nur als Prototyp, aber das Interesse ist groß, nachdem Fritzsche seine Fensterputzdrohne auf einem internationalen Wettbewerb in Dubai vorstellte. Dort wurde die beste Drohne für eine zivile Anwendung gesucht. Zum Sieg und zum Preisgeld von einer Million Dollar hat es nicht gereicht, aber Platz sechs bei 800 Bewerbungen ist beachtlich.

Fritzsche investierte einen fünfstelligen Betrag in die Entwicklung. Weil Bauteile von der Stange nicht weiterhalfen, nutzte er einen 3D-Drucker, der eigens konstruierte Spezial­stücke für den Rahmen fertigte. Mindestens genauso wichtig wie die Technik ist aber die Programmierung. Er experimentierte mit dem Anstellwinkel beim Putzen oder mit der Traglast der Drohnen. Schleppen sie zu viel Wasser, bringen sie nicht mehr genug Anpressdruck an die Scheibe. Geht kein Wasservorrat mit in die Höhe, sind zu viele Flugbewegungen notwendig.

Fritzsches Vater Mathias bringt als weiteres Einsatzgebiet große Solaranlagen ins Gespräch. „Die müssen aller paar Jahre gereinigt werden. Das könnten Drohnen erledigen“, sagt der Inhaber von Fritzsche Haustechnik in Braunichswalde. Der Handwerksunternehmer kann sich vorstellen, das Drohnenprojekt als neuen Geschäftszweig aufzunehmen oder eine extra Firma dafür zu gründen.


Text: Tino Zippel // Christiane Klebig
Fotos: Tino Zippel (kleines Foto) // © genlock1 – Fotolia.com