Das Kompetenzzentrum "Handwerk digital" vermittelt handwerksrelevantes Wissen.

Kompetenzzentrum „Digitales Handwerk“: Hilfe bei der Digitalisierung

Das neue Kompetenzzentrum „Digitales Handwerk“ – künftig bestehend aus den vier Kompetenzzentren Nord, Süd, Ost und West – soll Handwerksunternehmen dabei helfen, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und neue Geschäftsfelder im Bereich der Digitalisierung zu erschließen. Es stellt sich bei der IHM auf der Sonderfläche „Fokus. Handwerk 4.0“ in Halle C2 vor.

Das Vermitteln von praxisrelevantem Wissen für den Einsatz digitaler Technologien steht dabei im Vordergrund. So wird die digitale Transformation in Handwerksbetrieben und -unternehmen erfolgreich initiiert und konsequent weiterentwickelt. Dabei sind Erfahrungsberichte aus erster Hand – von Experten und Handwerkern für Handwerker, jeweils maßgeschneidert auf die Ausgangssituation, besonders wichtig.

Wann geht es los?

Das Kompetenzzentrum „Digitales Handwerk“ wird im Rahmen der Eröffnungsfeier der Internationalen Handwerksmesse am 24.02.2016 eröffnet.

Dann werden auch die geplanten so genannten „Schaufenster“ ihre Arbeit vorstellen, die künftig das Kompetenzzentrum „Digitales Handwerk“ erlebbar machen wollen.

Die geplanten „Schaufenster“ im Überblick:

  • Kompetenzzentrum West – HWK Koblenz
  • Kompetenzzentrum Ost – HWK Dresden
  • Kompetenzzentrum Nord – bfe Oldenburg
  • Kompetenzzentrum Süd – HWK für Oberfranken

Die Themen und Aussteller der künftigen Kompetenzzentren auf der IHM

  • Das geplante Kompetenzzentrum Nord informiert zum Thema Einsatz neuer Informations- & Kommunikations-Technologien im eigenen Betrieb.
  • Beim geplanten Kompetenzzentrum Süd dreht sich alles um den Einsatz neuer Produktions- und Automatisierungstechnologien im eigenen Betrieb. Als Best-Practice-Beispiel ist die Firma Concept Laser GmbH vor Ort. Das eigenständige Unternehmen aus Lichtenfels ist seit seiner Gründung im Jahre 2000 treibender Innovator auf dem Gebiet der Laserschmelz-Technologie mit dem patentierten LaserCUSING® branchenübergreifend tätig. Highlight: Erleben Sie einen Live-3D-Druck mit der Firma Concept Laser.
  • Das geplante Kompetenzzentrum Ost hat das Thema Angebotserweiterung in IT-gestützten Geschäftsmodellen im Gepäck. Darüber hinaus werden täglich zwei Vorträge zu den Themen: „Strukturwandel in den Regionen“ und „Digitalisierung im Handwerk“ gehalten und mit einem kurzen Videoclip Möglichkeiten/Geschäftsmodelle der Digitalisierung angerissenZum besseren Verständnis und Live-Erleben zeigt die Sattlerei Tom Büttner, wie sie IT-gestützte Geschäftsmodelle in ihrem Unternehmen erfolgreich integriert hat.
  • Das geplante Kompetenzzentrum West hat gleich mehrere Themen im Angebot:
    • Geschäftsmodellentwicklung im Zeitalter der Digitalisierung heißt es bei Kolorat.de – dem Online-Konfigurator für individuelle Wandfarben, Fassadenfarben und Lacke. Neben einer individuellen Farbmischung wird dem Kunden auch Gestaltungs- und Farbberatung angeboten.
    • Prozessmanagement als Grundlage für Wirtschaft 4.0 – Das mobile Prozessbüro mit mobilen Werkzeugen wie Notebook, Tablet, Smartphone, RFID und Sensortechnik.
    • Wie digitale Kommunikation im Handwerk funktioniert zeigt holzgespür – eine Online-Plattform für hochwertige Massivholzmöbel nach Maß aus unserer Natur. Über digitale Kommunikationswege werden die Kunden in den Herstellungsprozess eingebunden und können u. a. über eine Videobotschaft den Baumstamm selbst aussuchen, aus dem das hochwertige Möbelunikat gefertigt werden soll.
    • Digitale und vernetzte Produktion par excellence und zwar nicht nur für Schleckermäuler präsentiert die Konditorei Café Baumann aus Koblenz. Sie zaubert nicht nur köstliche Schokolade, sondern hat auf Basis von dreidimensionalen Geodaten schon ganze Landschaftsprofile in Schokolade gegossen.

Darum will die HWK Dresden das Schaufenster Ost abbilden

Die HWK Dresden hat sich als „Kompetenzzentrum digitales Handwerk – Schaufenster Ost“ beworben. Die Gründe liegen für sie auf der Hand. So ergab eine von der Handwerkskammer Dresden in ihrem Kammerbezirk durchgeführte Umfrage 2015, dass 96 Prozent der befragten Betriebe digitale Geräte einsetzen. Jeder Fünfte nutzt das Internet für die Datensicherung via Cloud.

Zudem – auch das zeigt die Befragung – sieht ein Großteil der Betriebe die Digitalisierung als Chance und nicht als Bedrohung, z.B. um das Internet als neuen Marktplatz zu nutzen oder auch um die zunehmende Komplexität von Kundenwünschen und die gestiegene Einzelkonfiguration von Produkten zu bewerkstelligen. Größere Bedenken ergaben sich lediglich im Hinblick auf eine komplette Verlagerung der Prozesse in die digitale Welt.

„Nicht auf dem Standstreifen stehen bleiben“

„Mit der Teilnahme an der Initiative „eBusiness-Lotse“ und der genannten Befragung ist uns ein erster Aufschlag gelungen, die Handwerksbetriebe für die Bedeutung der Digitalisierung zu sensibilisieren und sie mit verschiedenen Veranstaltungsangeboten zu informieren“, so Dr. Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden.

„Dies war aber tatsächlich nur der erste Schritt. Für das Handwerk ist es ganz entscheidend auf dem internationalen Datenhighway nicht auf dem Standstreifen stehen zu bleiben. Teil unserer Initiative ist daher die Bewerbung für das „Kompetenzzentrum digitales Handwerk – Schaufenster Ost“. Gemeinsam mit unseren Partnern wollen wir der Knotenpunkt für den ostdeutschen Raum sein. Ziel ist es, für die hier angesiedelten 78.000 Betriebe Lösungen zu entwickeln, wie die Digitalisierung effektiv für IT-gestützte Geschäftsmodelle, für die Einführung von Produkten und Dienstleistungen, aber auch die Flexibilisierung von Arbeitsbedingungen genutzt werden kann.“

Dafür sind u.a. Webinare, klassische Vortragsreihen oder auch Veranstaltungen bei Betrieben, die im Bereich der digitalen Lösungen eine Vorreiterrolle einnehmen, geplant.

Folgende Beratungsschwerpunkte bringt die HWK Dresden in die bundesweite Initiative des Handwerks zur Digitalisierung ein:

  • Digitale Vertriebswege und Kundenkommunikation
  • Erweiterung von Geschäftsmodellen mit digitalen Produkten und Services
  • Change Management bei der Einführung der Digitalisierung
  • Smart Home und Ambient Assisted Living
  • Neue Mobilitätsmodelle

„Rasante Zunahme der Nutzung von digitalen Werkzeugen und deren gleichzeitige Vernetzung“

Im Vorfeld der IHM hat Christoph Krause, Leiter des Kompetenzzentrums für Gestaltung, Fertigung und Kommunikation in Koblenz, das küntig das Kompetenzzentrum West abbilden soll, ein Interview zur Digitalsierung gegeben. Drei der wichtigsten Fragen und Antworten haben wir hier für Sie:

Herr Krause, was bedeutet Digitalisierung überhaupt?
Digitalisierung bedeutet die rasante Zunahme der Nutzung von digitalen Werkzeugen und deren gleichzeitige Vernetzung. Schon heute sind Autos, Türschlösser und Heizungsanlagen mit dem Internet verbunden und bieten für die Kunden mehr Sicherheit und Komfort. Für Unternehmen bedeutet das: Wer heute Produkte und Dienstleistungen für die digitalen Gewohnheiten und Wünsche von morgen weiterentwickelt, wird künftig vorne sein.

Welche Bereiche betrifft die Digitalisierung besonders?
In vielen einzelnen Bereichen sind Unternehmen schon heute digitalisiert, nutzen Computer, Smartphones und Tablets. In Zukunft werden jedoch alle Unternehmensprozesse der Digitalisierung unterzogen, von Planung über Produktion bis zur Kommunikation mit dem Kunden. Nicht jedes Unternehmen wird gleich mit Hilfe von 3D-Druckern produzieren, allerdings werden alle Unternehmen ihre Geschäftsprozesse digitalisieren müssen – und über digitale Plattformen Kunden ansprechen und mit ihnen kommunizieren.

Ist es denn für Handwerksbetriebe heute Pflicht, sich mit der Digitalisierung auseinanderzusetzen?
Wer erfolgreich sein will, sollte das auf jeden Fall. Kann mein jetziges Geschäftsmodell noch bestehen, lässt es sich durch digitale Kanäle zum Kunden erweitern, kann ich den Kunden mit der Fertigung im Unternehmen verbinden oder muss ich gar über ein völlig neues digitales Geschäftsmodell nachdenken? Das sind Fragen, die sich jeder Unternehmer stellen sollte. Auch wie ein Betrieb digital zu führen ist und wie Mitarbeiter in Sachen Digitalisierung qualifiziert werden müssen, sind wichtige Faktoren.

Das komplette Interview mit Digitalisierungsexperte Christoph Krause lesen Sie hier.


Noch mehr Informationen zum Kompetenzzentrum „Digitales Handwerk“ erhalten Sie unter www.ihm.de


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